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Ausrüstung & Planung

Die Ausrüstung zur Wildtierfotografie

Ausrüstung & Planung

Es ist Sonntag. Früh am Morgen. Das Gras ist noch nass, vom Regen der Nacht. In der ersten Dämmerung verlasse ich das Haus, verstaue meine Ausrüstung auf dem Rücksitz meines Geländewagens und fahre los. Raus aus dem Ort. Tief ins Feld. Am Rande eines alten Sandweges, lasse ich den Wagen stehen und ziehe zu Fuß weiter. Still. Schweigend. Wirklich nichtssagend. Nicht besonders schnell, aber unfassbar aufmerksam. An diesem Morgen möchte ich Wildtiere fotografieren und so ein kleines Abenteuer muss tatsächlich gut geplant sein.

Natürlich kann man einfach loslaufen und Wildtiere fotografieren. Und das dabei gute Aufnahmen entstehen können, weiß ich aus eigener Erfahrung. Trotzdem macht eine gewisse Vorbereitung und Planung durchaus Sinn. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Vorbereitung und Planung die Tierfotografie um ein Vielfaches einfacher machen. Darüber hinaus ist es ebenfalls ratsam, sich mit der eigenen Ausrüstung zu befassen, denn es macht tatsächlich einen Unterschied, ob ich z.B. einen Rehbock mit dem Smartphone oder mit einer Spiegelreflexkamera fotografiere. 

Wenn wir ganz ehrlich sind, wissen wir doch, dass die meisten freilebenden Wildtiere unfassbar scheu sind. Das bedeutet, dass sie sich meistens nur aus einer sehr großen Entfernung fotografieren lassen. Alleine aus diesem Grund ist eine gewisse Ausrüstung unentbehrlich. Daher möchte ich in diesem Artikel auf die Ausrüstung eingehen und den Teil der Planung in den nächsten Tagen hinterher schieben. 

Die richtige Ausrüstung zur Wildtierfotografie

Viele wildlebenden Tiere sind in der Dämmerung aktiv. Oder in den Tiefen der Wälder, wo das Umgebungslicht auch eher spärlich vorkommt. Daher muss man, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden, mit kurzen Verschlusszeiten arbeiten. Das allerdings schraubt das Bedürfnis nach hohen ISO-Einstellungen in die Höhe. Allerdings ist es so, dass eine hohe ISO-Einstellung oft ein Bildrauschen mit sich bringt. Diese Tatsache bringt die preisgünstigeren Modelle, die nur über einen kleinen Sensor verfügen oft an ihre Grenzen. Alles beginnt also mit der Wahl der richtigen Kamera.

Die richtige Kamera

Die Frage, nach „der richtigen Kamera“, wird oft gestellt. Dabei glaube ich persönlich nicht, dass es „die richtige Kamera“ überhaupt gibt. Es gibt viele Modelle, viele Möglichkeiten und genauso viele Varianten. Da, wie bereits erwähnt, wildlebende Tiere sich manchmal nur in der Dämmerung bzw. im tiefen Wald fotografieren lassen, spielt die ISO-Einstellung schon eine tragende Rolle. Aber auch die Fokusgeschwindigkeit einer Kamera sollte man beachten. Denn gerade dann, wenn es wirklich spannend wird, möchte man nichts verpassen. In genau diesem Momenten muss die Kamera funktionieren, schnell und genau scharfstellen können und am Ende tolle Bilder liefern. 

Einen Gefallen tut man sich also, wenn man beim Kauf der Kamera darauf achtet, dass diese über eine große Anzahl an Fokusfeldern verfügt, die einem mehr Freiheiten bei der Bildkomposition und gleichzeitig ein schnelles Fotografieren ermöglichen. Allerdings möchte ich an dieser Stelle betonen, dass die Fokusgeschwindigkeit nicht nur von der Kamera abhängt, sondern auch vom Objektiv. Aber dazu komme ich noch.

Im Gegensatz zu Landschaftsaufnahmen, kann man bei der Wildtierfotografie nicht auf einen entscheidenden Augenblick warten. Die Tiere bewegen sich. Sie gehen, springen, laufen oder ändern plötzlich ihre Richtung. Deshalb ist meine Empfehlung, Serienaufnahmen mit mehreren Bildern pro Sekunde zu machen. Aus diesen Bildern kann man dann später, in der Nachbearbeitung, einfach das Beste Foto auswählen.

Und genau aus diesem Grund ist es ratsam, eine Kamera für seine Ausrüstung zu wählen, die viele Bilddaten schnell speichern kann. Hier spielen natürlich auch die Schreibgeschwindigkeiten der Speicherkarten eine Rolle, die man benutzt. Und auch diesen Punkt werde ich später noch ansprechen.

Meine Kamera
Ausrüstung Wildtierfotografie

Persönlich nutze ich für meine Aufnahmen die Canon EOS 6 D Mark II*. Diese Kamera ist, meiner Meinung nach, eine gute Einsteigerkamera für die Wildtierfotografie. Und darüber hinaus ist diese Kamera die Kamera, die ich eh schon zu meiner Ausrüstung zählen durfte. Dementsprechend machte es für mich einfach keinen Sinn, eine neue anzuschaffen. Sie hat ein Klappdisplay, was ich persönlich ziemlich genial finde. Gerade, wenn man eng am Boden arbeitet und einfach eine bessere Sicht beim Fotografieren haben möchte. 

Was ich an dieser Kamera überaus schätze ist, dass alles wetterfest abgedichtet ist und ich mir, z.B. bei Regen keine Sorgen machen muss. Tatsächlich habe ich die Kamera schon im strömenden Regen benutzt und sie hat genau das gemacht, was sie machen soll. Darüber hinaus ist die Akkulaufzeit dieser Kamera überragend. Ich habe zwar einen zusätzlichen Batteriegriff angeschraubt, der mir die doppelte Leistung ermöglicht. Aber auch mit nur einem Akku komme ich nie an meine Grenzen. Jedenfalls nicht, wenn dieser vollständig geladen ist.

Um die Bildgeschwindigkeit noch zu erwähnen, die Canon EOS 6D Mark II schafft ca. 6 Bilder pro Sekunde. Und das ist – für eine Einsteigerkamera schon recht gut. Darüber hinaus hat sich im Videomodus auch einige Features, die ich sehr interessant finde, die aber an dieser Stelle eher weniger ins Gewicht fallen. Vielleicht werde ich mir eines Tages eine andere Kamera kaufen. Aber bis zu diesem Tag, nutze ich meine Kamera und bin einfach absolut zufrieden. 

Objektive

Neben der Kamera spielen die Objektive, die man verwenden möchte, natürlich eine tragende Rolle. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass das Licht nicht immer mitspielt, empfiehlt es sich daher, sofern möglich, auf ein lichtstarkes Objektiv, also eines mit einer großen Anfangsöffnung, einem kleinen Blendenwert, zu greifen. Dieses lässt viel Licht zum Sensor durch und liefert unter den erwähnten, schwierigen Bedingungen, meist bessere Ergebnisse.

Darüber hinaus sollte man bedenken, sofern man mit dem Gedanken spielt, sich ein neues Objektiv für die eigene Ausrüstung zu kaufen, dass sich wildlebende Tiere oft nur aus größerem Abstand fotografieren lassen. Daher ist natürlich auch die Brennweite eines Objektives entscheidend. Die einfachste Lösung ist hier leider oft die teuerste Lösung.

In vielen Ratgebern liest man oft, dass Brennweiten über 500 mm ein absolutes Muss sind. Diese Meinung teile ich nicht. Natürlich sind hohe Brennweiten eine tolle Sache und mit Sicherheit eine Erleichterung in der Wildtierfotografie. Allerdings findet sich in meiner Ausrüstung derzeit noch kein Objektiv mit einer derartigen Brennweite. Die Brennweite, die ich in den meisten Fällen benutze liegt bei 400 mm. Die fehlende Brennweite gleiche ich oft durch Geduld und Kenntnis der Tiere wieder aus.

Mein Objektiv

Da ich es schon erwähnt habe, möchte ich auch noch kurz darauf eingehen. Auf mein Objektiv. Dieses ist das Canon EF 100-400mm 1:4,5-5,6*, ein vielseitiges und kompaktes Supertelezoomobjektiv. Es ist schnell, leise und tatsächlich, genau wie meine Kamera, auch unter den härtesten Witterungsbedingungen einsetzbar. Dieses Objektiv ermöglicht mir gestochen scharfe und kontrastreiche Aufnahmen. Das ist möglich, da es Linsen aus Fluorit- und Super DU (Super Ultra-Low Dispersion) Glas verfügt. Darüber hinaus hat es einen optischen Bildstabilisator, der vor Verwacklungsunschärfen schützt und mir dadurch oft Ausnahmen aus der Hand ermöglicht.

Der Autofokus stellt schnell und präzise scharf und das tatsächlich nahezu geräuschlos, was gerade in der Wildtierfotografie, meiner Meinung nach, unheimlich wichtig ist. Sicherlich ist es nicht das lichtstärkste Objektiv, aber für meine Ideen, Vorstellungen und Wünsche bislang, für das Budget, welches mir zur Verfügung stand, vollkommen ausreichend. 

Speicherkarten

Ich hatte ja bereits empfohlen, Serienbilder zu schießen. Ein Grund, warum die Kamera schnell und effektiv arbeiten muss. Hier kommt es natürlich auch darauf an, die richtigen Speicherkarten im Gerät zu haben. Denn wenn diese nicht mit der Geschwindigkeit der Kamera klarkommen, macht das Ganze einfach keinen Sinn. Wenn man also darüber nachdenkt, sich Speicherkarten für die eigene Ausrüstung zu besorgen, sollte man darauf achten, dass diese eine große Speicherkapazität besitzen und darüber hinaus eine hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeit haben. Gerade, wenn man mehrere Bilder pro Sekunde schießt, sollten die Daten schnell auf die Karten übertragen werden können, damit die Kamera aufnahmebereit bleibt.

Fortsetzung folgt… 

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