mikroabenteuer

Mikroabenteuer. Ein Schlagwort, das mich im letzten Jahr getroffen hat. Ein Begriff, der es geschafft hat, mich zu begeistern. Aber was steckt eigentlich hinter dem Begriff Mikroabenteuer? Was genau verbirgt sich dahinter? Woher stammt er? Wer hat ihn geprägt? Und warum sind diese kleinen Abenteuer eigentlich so spannend? Ein Erklärungsversuch.  

Hier in Altenoythe, unweit der kleinen Bauernschaft Pirgo, gibt es viele Wiesen und Felder. Durchzogen werden sie von dem kleinen Fluss Lahe. Ein einfacher, kleiner Fluss, der im Grunde genommen nichts Besonderes vorweisen kann. Er ist weder lang noch breit. Großartige Unterscheidungsmerkmale zu anderen Flüssen in seiner Größenordnung gibt es nicht. Trotzdem habe ich mich mal gefragt, wo genau seine Quelle liegt und an welcher Stelle er, in einen anderen Fluss mündet. Was ich weiß? Seine Länge beträgt rund 20 km und er ist ein Nebenfluss der Soeste. Außerdem ist der Flusslauf, auf seiner gesamten Länge, als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Warum? Das weiß ich (noch) nicht genau. 

Warum ich das hier erwähne? Vielleicht wäre es ein spannendes Mikroabenteuer, dem Lauf des Flusses zu folgen. Angefangen von dem Punkt, an dem er in die Soeste mündet bis zu dem Punkt, an dem er seinen Lauf beginnt. 20 km am Ufer entlang. Im ersten Augenblick klingt das natürlich nicht gerade spannend, aber wenn man bedenkt, dass man nicht wirklich weiß, was einen genau erwartet, ändert sich das ein wenig. Nicht großartig, aber immerhin. 

Was ist überhaupt ein „Mikroabenteuer“?

Mikroabenteuer sind, wie es der Name schon vermuten lässt, kleine Abenteuer, die wir vor der Haustür erleben können. Sie beginnen dann, wenn man die Schwelle der Haus- oder Wohnungstür verlässt und sich dazu entschließt, dem Alltag für eine gewisse Zeit zu entfliehen. 

Geprägt wurde der Begriff Mikroabenteuer vom britischen Abenteurer Alastair Humphreys, der im Jahr 2014 das englischsprachige Buch „Microadventures“ veröffentlicht hat. Er versteht unter diesem Begriff Outdoor-Unternehmungen, die zwar lokal, einfach, günstig und in der Regel kurz sind, trotzdem aber eine gewisse Aufregung versprechen, die natürlich auch herausfordernd sein kann. Im Grunde genommen gibt es keine feste Definition, wie ein Mikroabenteuer aussehen muss.

Für mich persönlich zählen meine kleinen Ausflüge in den Bereich der Naturfotografie immer wieder zu den Mikroabenteuern. Einfach, weil sie eben auch oft lokal, einfach und meistens kurz sind. Tatsächlich aber braucht man keine teure Ausrüstung, um ein Mikroabenteuer zu erleben. Niemand muss großartig vereisen, lange planen oder viel überlegen. Ein Mikroabenteuer beginnt meist dann, wenn man sich selbst die Frage stellt, warum eigentlich nicht heute? 

Wie kann ich denn ein Mikroabenteuer erleben?

Mikroabenteuer 2021

Um ein Abenteuer zu erleben, muss niemand zu Fuß die Welt umrunden, auf den größten Berg der Erde klettern oder durch den tiefsten Dschungel laufen. Es genügt, sich dazu zu entscheiden, aufzubrechen, um etwas zu erleben, was man sonst vielleicht nicht erleben würde. Wie wäre es zum Beispiel, einen Spaziergang zu machen, der mal eben 15 oder 30 Kilometer lang ist? Es ist ganz einfach. Was man braucht, ist ein Rucksack, etwas Proviant ein und den Willen, loszulaufen. Tatsächlich ist ein wunderbares Gefühl, die Tür hinter sich zu schließen und einfach aufzubrechen.

Gerade in dieser Zeit, in der Reisen in andere Länder nicht unbedingt einfach sind und wir besser zu Hause bleiben sollten, ist ein Mikroabenteuer eine wunderbare Gelegenheit für eine Auszeit bzw. eine Flucht aus dem Alltag. Und wenn wir uns dazu entschließen, aufzubrechen, finden wir die Herausforderung, die Spannung und die neuen Perspektiven, die wir uns immer wieder von unseren Reisen erhoffen, oft direkt vor der Haustür. 

Auch eine Nacht unter freiem Himmel zu verbringen, ist sicherlich ein kleines Abenteuer. Das kann man z.B. im eigenen Garten, sofern möglich machen. Ist dieses nicht möglich, sollte man daran denken, dass wildes zelten in Deutschland verboten ist. Biwakieren allerdings nicht. Trotzdem sollte man sich dabei an alle Verordnungen halten und auf keinen Fall in Naturschutzgebieten übernachten. Des Weiteren ist es natürlich ratsam, Jagdgebiete zu meiden und eventuell mit den jagdausübungsberechtigten Personen Rücksprache zu halten.   

Tipps für Dein Mikroabenteuer?

Ideen für Mikroabenteuer gibt es viele. Zukünftig wird es hier, auf JAGD & FORST, immer mal wieder Inspirationen für die kleinen Abenteuer direkt vor der Haustür geben. Auf Instagram und Facebook werde ich natürlich auch immer wieder kleine Infos, Hinweise und Ideen teilen. Falls sich also jemand dafür interessiert, sollte auf jeden Fall mal dort vorbeischauen. Ich würd mich darüber übrigens sehr freuen.