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Rettung aus der Luft

Rettung aus der Luft

Die Drohnenrettung ist ein effizientes Mittel, um wildlebende Tiere vor dem Tod zu bewahren. Mit Hilfe von Wärmebildkameras, die an den Drohnen befestigt sind, können Jungtiere auf Feldern ausfindig gemacht und z.B. vor dem Grasschnitt gerettet werden. So stellt die Drohnenrettung eine Arbeitserleichterung für die Jägerinnen und Jäger da, die früher in mühseliger Arbeit die Flächen abgegangen und abgesucht haben. 

Im April beginnt die Brut- und Setzzeit. Etwas später, im Mai startet die Grasernte und riesige Flächen werden abgemäht. Allerdings fühlen sich in dem hohen Gras, viele Tiere geschützt und sicher. Rehkitze zum Beispiel. Wenn diese nicht rechtzeitig entdeckt werden, dann bedeutet das heranrollende Mähwerk für die Jungtiere oft einen grausamen Tod. Statt zu fliehen, ducken sich die Kitze nämlich und verharren regungslos auf der Stelle.

Jägerinnen und Jägern ist dieser Umstand bewusst und häufig sind sie es, die in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, Rehkitzrettung betreiben. Gerade im Mai, wenn die Grasernte richtig Fahrt aufnimmt, beginnt für die Jägerschaft daher eine stressige Zeit. In diesen Tagen laufen Teams in den Morgen- oder Abendstunden über die Wiesen, um nach liegenden Jungtieren Ausschau zu halten. Die Unterstützung durch professionelle Drohnen mit hochauflösenden Wärmekameras bietet den Frauen und Männern dabei eine wirkliche Arbeitserleichterung.  

Drohnenrettung Altenoythe

Drohnenrettung Altenoythe

In Altenoythe, dem Ort, in dem ich lebe, haben sich nun mehrere Personen zusammengefunden, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit für die Rettung von Wildtieren engagieren möchten. Personen, aus den Bereichen der Jagd und der Landwirtschaft. Ziel ist es, langfristig einen Verein zu gründen, der den Landwirten dabei hilft, die abzuerntenden Flächen vor dem ersten Schnitt abzusuchen und die sich auf den Flächen befindlichen Tiere zu bergen. Zu diesem Zweck wurde bereits, aus privaten Mitteln, eine Drohne mit Wärmebildtechnik angeschafft.

Einige, zertifizierte Drohnenpilotinnen und -piloten wurden bereits in die Technik eingewiesen und nach ein paar Übungsflügen konnten die ersten Einsätze besprochen und koordiniert werden. Nach und nach werden nun, die einzelnen Flächen abgesucht und eventuell liegende Tiere und Gelege geborgen bzw. gesichert. Denn neben den Rehkitzen sind es auch die verschiedenen Bodenbrüter, die durch die Mäharbeiten in Gefahr gebracht werden können. Damit dieses vermieden wird, ist ein Zusammenspiel zwischen Jäger- und Landwirtschaft äußerst wichtig. 

Drohnenrettung mit Wärmebildkamera

Drohnenrettung beginnt früh

Am ersten Morgen ging es früh los. Der Wecker klingelte um vier. Um fünf trafen sich die ersten Personen am Rande einer großen Wiese. Der Pilot packte die Drohne aus und startete sie. Wenige Augenblicke später stand sie sicher über dem hohen Gras. Bereits am Abend zuvor hatte der Pilot die abzufliegende Fläche einprogrammiert, so das ein vollautomatischer Flug absolviert werden konnte.

Der anhaltende Regen der letzten Tage hatte die Wiese aufgeweicht. Das Gras war feucht, der Boden durchnässt. Während der Pilot den Verlauf der Drohne über die Wiese kontrolliert, behält der „Co-Pilot“ den Bildschirm im Blick. Andere Helferinnen und Helfer ziehen sich Gummihandschuhe an. Sollte auf der Fläche ein Kitz gefunden werden, so dienen diese dem Schutz des Tieres. Rehkitze haben keinen Eigengeruch, eine natürliche Schutzfunktion gegen Fressfeinde. Die Gummihandschuhe sorgen dafür, dass diese Funktion nicht zerstört wird, denn das darf auf keinen Fall passieren.

Kurze Zeit später. Der erste weiße Fleck. Allerdings bewegt er sich zu schnell, um ein Kitz sein zu können. Es ist ein kleiner Hase, der durch das hohe Gras läuft. Er zeigt damit eindrucksvoll, dass die Technik funktioniert. Er belegt, dass das Wild mit Hilfe dieser Technik schnell und einfach gefunden werden kann. Auf dieser Wiese allerdings befindet sich kein Kitz und auch eventuelle Gelege konnten nicht ausgemacht werden. Mit einem ruhigen Gewissen und vollkommener Zufriedenheit kann der Landwirt an dieser Stelle mit der Ernte beginnen, während die Jägerinnen und Jäger mit ihrer Drohne zum nächsten Feld ziehen.

Lt. der deutschen Wildtierstiftung werden in Deutschland während der Grasernte, der Mahd, ca. 90.000 Rehkitze jährlich getötet. Aber auch andere Wildtiere, wie z.B. Junghasen oder Bodenbrüter fallen der Ernte zum Opfer. Um dieses zu verhindern, ist die Zusammenarbeit von Landwirten, Jägern und Helfern gefragt. Landwirte setzten oft am Tag vor der Mahd Vergrämungsmethoden, wie z.B. das Aufhängen von Plastiktüten ein. Das Befliegen der Fläche mit einem Multikopter bzw. einer Drohne und einer Wärmebildkamera führt dazu, dass Helferinnen und Helfer direkt zum gefunden Tier gelotst werden können.   

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