Naturfotografie

Ich bin gerne draußen. Abseits von allem. Gerade in diesen Zeiten, die auf mich chaotisch und unsicher erscheinen, klinke ich mich öfter mal aus. Einfach, um den E-Mails, dem Klingeln des Smartphones, der Nachrichtenflut und der hektischen Betriebsamkeit des Alltages für eine Weile zu entkommen. Draußen widme ich mich dann der Naturfotografie, weil ich finde, dass die Konzentration auf Licht, Gestaltung und Motivwahl eine fast heilsame Wirkung auf mich hat. Aber was bedeutet Naturfotografie genau?

Immer mal wieder werde ich gefragt, ob ich Jäger bin. Mein Äußeres erweckt wahrscheinlich den Eindruck. Hosen in der Farbe braun, grüne Pullover, Jagdschuhe und manchmal eine Jacke im Realtree-Muster. Ich mag das. Doch statt mit einem Gewehr, bin ich meistens mit einem Teleobjektiv, meiner Kamera und einem Stativ bewaffnet, wenn ich durch die Wälder oder über die Wiesen streife. Die Naturfotografie ist meine Leidenschaft und in gewisser Weise lässt sie sich auch mit der Jagd vergleichen. Ich würde also sagen: Ich bin Jäger auf der Jagd nach dem besten Motiv.  

Ich fotografiere übrigens unheimlich gerne wildlebende Tiere. Daher die Kleidung, die Tarnjacke, das Teleobjektiv. Allerdings ist die Tierfotografie nur ein Teil der Naturfotografie. Betrachtet man dieses Themengebiet genauer, dann lässt es sich sehr leicht feststellen, dass die Naturfotografie viele verschiedene Facetten bietet. Die Wildtierfotografie ist lediglich eine davon.  

Die Facetten der Naturfotografie

Naturfotografie

Ob Tierfotografie, Landschaftsfotografie oder die Makrofotografie – all diese Teilbereiche lassen sich, im Großen und Ganzen der Naturfotografie zuordnen. Dabei spielen die Beweggründe, warum man fotografiert, meiner Meinung nach, keine große Rolle. Es gibt Menschen, die aus Gründen des Naturschutzes zur Fotografie finden, andere fotografieren aus jagdlich, interessierten Antrieben und wiederum einige fotografieren, weil sie es schön finden, Aufnahmen in der Natur anzufertigen. In Anbetracht dessen dürfte natürlich klar sein, dass die meisten Menschen, die gerne mal fotografieren, hin und wieder der Naturfotografie ihre Aufmerksamkeit schenken.

Das Schöne an dieser Art der Fotografie ist übrigens: Je mehr man sich mit ihr beschäftigt, desto mehr versucht man die Zusammenhänge in der Natur auf vielfältige Art und Weise zu verstehen. Denn das Verständnis über die Natur wirkt sich letzten Endes auf die Qualität der Bilder aus. Wer sich zum Beispiel für die Wildtierfotografie interessiert, versucht die Tiere besser kennenzulernen. Das Wissen über Standorte, Verhaltensweisen und Aktivitäten hilft dabei, bessere Fotos zu schießen. Gleichzeitig beschäftigt man sich aber auch damit, was die Tiere stört, aus der Ruhe bringt und eventuell gefährdet, denn genau das ist es, was ein wirklich guter Tierfotograf bzw. eine Tierfotografin nicht möchte.

Die Wahrheit ist allerdings, dass es viele tolle Menschen gibt, die hervorragende Fotos schießen, ohne derart zweifelhafte Methoden anzuwenden. Und ich persönlich finde, dass Respekt vor den lebenden Motiven von großer Bedeutung ist, möchte man langfristig im Bereich der Naturfotografie besser werden. Und genau aus diesem Grund halte ich mich, wie viele andere, an Wegegebote in Schutzgebieten, pflücke keine seltenen Pflanzen ab oder störe Tiere in dem ich ihnen nachstelle. Für mich ist es wichtig, dass ich die Beeinträchtigung der Natur durch meine fotografische Tätigkeit nach bestem Wissen und Gewissen minimiere. Und dabei spielt es keine Rolle, ob ich mich in einem Schutzgebiet befinde oder nicht. 

Die großen Themen der Naturfotografie

Naturfotografie

Tiere. Landschaften. Pflanzen. Das sind drei Bereiche, mit denen ich die Naturfotografie kurz und knapp umschreiben würde. Allerdings ist anzumerken, dass für mich die Tierfotografie bzw. die Wildtierfotografie die Königsdisziplin darstellt. Vielleicht, weil das Spektrum innerhalb der Tierfotografie wesentlich breiter ist als in den anderen Bereichen. Und im Gegensatz zu den Pflanzen, können sich die Tiere meist schnell und eigenständig bewegen, was zusätzlich eine Herausforderung darstellt.    

Die Landschaftsfotografie hingegen ist wahrscheinlich die Disziplin, die am häufigsten unterschätzt wird. Ehrlich gesagt, auch ich habe diesen Bereich oft unterschätzt. Für mich war die Landschaftsfotografie ein Teil der Naturfotografie, der einfach mal nebenbei geschieht. Doch tatsächlich muss man auch hier eine gewisse Hingabe an den Tag legen, um an dessen Ende gute Resultate nach Hause tragen zu können. Das Wesen einer Landschaft erschließt sich nämlich nur dem, der es schafft, sich auf diese voll und ganz einzulassen. Es bedarf gewisser Kenntnisse über Licht und Schatten, um auch aus wenig spektakulären Landschaften überzeugende Fotos zu gestalten.

Warum Naturfotografie einfach viel Spaß macht.

Das Schöne an der Naturfotografie ist, dass die Natur überall ist. Und so gesehen ist es nicht schwer, geeignete Motive zu finden. So lassen sich in den meisten Gärten reichlich Pflanzen finden, die man ohne großen Aufwand fotografieren kann. Um Landschaften zu fotografieren, fährt man raus aus der Stadt und rein in die Natur. Naturfotografie ist also im Grunde genommen überall möglich. Und selbst mit dem eigenen Smartphone lassen sich mittlerweile recht annehmbare Fotos schießen. 

Ja, Naturfotografie macht Spaß. Und das aus mehreren Gründen. Wenn man draußen fotografiert, dann schaltet man ab. Man beschäftigt sich nicht mehr mit dem Stress des Tages, sondern konzentriert sich auf den Augenblick. Statt sich mit E-Mails und Anrufen zu beschäftigen, beschäftigt man sich mit Licht und Schatten. Außerdem ist das Fotografieren in der Natur auch immer irgendwie Abenteuer. Und nach großen und kleinen Abenteuern sehnen wir uns doch alle, oder?

Auf JAGD & FORST wird die Naturfotografie, insbesondere natürlich die Wildtierfotografie, immer ein gewichtiges Thema sein. Hier möchte ich Dir zukünftig Kameras, Objektive, Techniken, Tipps und Tricks präsentieren und Dir diese Art der Fotografie einfach ein wenig näherbringen. Und wenn Du nichts verpassen möchtest, dann folge mir doch auf Instagram oder Facebook. Ich würd mich sehr darüber freuen.