Rehe fotografieren

Rehe fotografieren gehört tatsächlich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Einfach auch deshalb, da Rehe in meiner Region relativ häufig vorkommen und ich die Tiere und ihr Verhalten über die Zeit kennenlernen konnte. Das es allerdings leicht ist, diese Tierart zu fotografieren, würde ich trotzdem nicht behaupten.    

Schon als kleiner Junge war ich fasziniert von den Rehen, die sich immer wieder hinter unserem elterlichen Hof auf den Wiesen und Äckern tummelten. Und schon damals habe ich immer wieder versucht, mich langsam und still an die äsenden Tiere heranzuschleichen. Allerdings meist mit wenig Erfolg. Diese Tiere haben tatsächlich eine ziemlich nervöse Natur und schon ein Fehltritt, der einen Ast zum Brechen bringt, löst bei diesen wunderschönen Geschöpfen den natürlichen Fluchtreflex aus. 

Tatsächlich sind Rehe in Deutschland mit Ausnahme von Großstädten und einigen Insel flächendeckend verbreitet. Und wenn Du Rehe fotografieren möchtest, würde ich Dir empfehlen, es an den Übergangsbereichen zwischen Weideland und Wald zu versuchen. Hier finden sie nämlich die beste Kombination aus Nahrungsangebot und Rückzugsraum.  

Rehe fotografieren? Wie Du am besten vorgehst.

Tatsächlich lassen sich Rehe sehr gut aus dem Auto heraus fotografieren. Einfach, weil die Tiere an Autos gewöhnt sind. Auch mit Hilfe eines Tarnzeltes lassen sie sich wunderbar ablichten. Allerdings solltest Du vor dem Aufstellen eines solchen Zeltes immer den Grundstücksbesitzer um Erlaubnis bitten.

Wenn ich Rehe fotografieren möchte, bietet es sich allerdings nicht immer an, diese Fotos aus dem Auto oder einem Tarnzelt heraus zu schießen. Manchmal sind die Situationen einfach so, dass ich näher an die Tiere herankommen muss, um wirklich tolle Aufnahmen zu bekommen. Dabei muss ich dann immer im Kopf behalten, dass Rehe einen äußerst guten Geruchssinn haben und sich mich viel früher wahrnehmen, als umgekehrt. Deshalb achte ich, wenn ich Rehe fotografieren möchte, immer auf den Wind. Wenn ich mich also den Tieren, bis auf einen gewissen Abstand nähern möchte, achte ich darauf, mich gegen den Wind zu bewegen. 

Des Weiteren achte ich darauf, mich den Rehen nur zu nähern, während sie fressen. Schaut das Reh dann zwischendurch auf, bleibe ich ganz ruhig stehen und bewege mich überhaupt nicht. Die Pupillen der Tiere verlaufen horizontal, was sie vor allem zur Wahrnehmung von Bewegungen befähigt. Bleibe ich also ganz einfach stehen und bewege mich gar nicht, nehmen sie mich nicht so schnell war, als würde ich plötzlich in eine Deckung springen. 

Hilft eine gewisse Tarnung?

Rehe fotografieren

In den ersten Tagen mit der Kamera, habe ich mir nie wirklich Gedanken um meine Kleidung gemacht. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass ein rotes Hemd und eine blaue Hose tatsächlich kontraproduktiv sind. Schnell habe ich dann damit begonnen, mir eine diverse Jagdkleidung zuzulegen, damit ich im Feld nicht auffalle, wie ein bunter Hund.

Die besten Ergebnisse erzielte ich aber bislang mit einer Jacke, die eine sogenanntes Blattmuster trägt. Darüber hinaus versuche ich stets auch mein Hände und den Kopf bzw. die Haut mit gleichen, gedeckten Farben zu verdecken. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich dadurch stärker mit meinem Hintergrund verschmelze und die Tiere mich nicht so schnell wahrnehmen.   

Wie sollte ich mich bewegen?

Einer der größten Fehler, die ich bislang gemacht habe, war das Zuschlagen der Autotür. Einfach, weil dieses Zuschlagen sofort auf mich aufmerksam gemacht hat und jedes Wildtier gleich das Weite suchte. Tatsächlich kann ich Dir nur raten, falls Du Rehe fotografieren möchtest, still zu sein. 

Bewege Dich immer langsam. Achte auf jeden einzelnen Schritt. Es kann sein, dass ein falscher Tritt, der einen Ast zerbrechen lässt, die Rehe sofort zur Flucht in die entgegengesetzte Richtung zur Geräuschquelle aufbrechen lässt. Achte also immer auf die Wahl Deiner Pfade und gehe diese stets mit Ruhe und bedacht. Das hilft übrigens nicht nur bei der Wildtierfotografie im Allgemeinen, sondern entschleunigt auch sofort. 

Was für ein Objektiv sollte ich verwenden?

Wie bereits erwähnt, haben Rehe eine eher nervöse Natur. Dementsprechend macht es Sinn mit Teleobjektiven mit Brennweiten ab 300mm zu fotografieren. Darüber hinaus ist es nicht verkehrt, ein lichtstarkes Objektiv zu wählen, da Rehe sich oft nur im Morgengrauen oder in der Dämmerung wirklich zeigen. 

Wie sieht es mit dem Licht aus?

Ich persönlich fotografiere lieber an dunklen, nebeligen Tagen. Oder an Tagen, an denen der Himmel mit Wolken verhangen ist. Natürlich ist das eine Geschmacksfrage. Nicht selten wird dazu geraten, dass beim Fotografieren die Sonne im Rücken stehen soll. Allerdings finde ich, dass es viele verschiedene Lichtmöglichkeiten gibt, die eindrucksvolle Ergebnisse liefern. Am schönsten ist das Licht natürlich in den frühen Morgenstunden oder am Abend. 

Gibt es Spuren zur Anwesenheit von Rehwild?

Es gibt Tage, an denen ich kein Wild zu Gesicht bekomme. Trotzdem gibt es immer Anzeichen, die darauf deuten, dass Rehe anwesend sein könnten. Persönlich achte ich immer auf folgende Gegebenheiten:

  • Plattgelegenes Gras deutet nicht selten auf Schlafplätze hin
  • Schäl- und Verbissschäden an Baumrinden, die sich meist an den Schlafplätzen befindenRehlosung. 
  • Trittsiegel 
  • Das Schrecken des Rehwildes (klingt ein wenig wie Gebell)
  • In den Wintermonaten fällt der Spiegel, das weiße Fell am Hinterteil besonders auf.

Was mir persönlich wichtig ist.

Das Feld, der Wald – in all den Bereichen, in denen die Tiere zu Hause sind, bin ich nur ein Gast. Meist sogar ein ungebetener. Das bedeutet, dass ich höchstpersönlich dafür verantwortlich bin, alle durch mich verursachten Störungen, auf ein Minimum zu reduzieren. Die Ruhe der Tiere und das allgemeine Tierwohl ist mir persönlich wichtiger, als ein gutes Foto. Wenn ich also Rehe fotografieren möchte, tue ich das still, leise und ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Das bedeutet zwar, das ich relativ häufig ohne ein gutes Foto von dannen ziehe, aber ich weiß, dass ich die Tiere in ihrem Zuhause nicht gestört habe. Das – so denke ich – ist mir das Wichtigste. Und nur so, macht die Wildtierfotografie wirklich Spaß.

Übrigens: Einige meiner Fotos findest Du auf meinem Instagram-Account.

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  1. […] zu interessieren, fand ich die Idee, einen Hochsitz zu besteigen und von dort aus Rehe zu fotografieren unheimlich spannend und interessant. Allerdings habe ich mich damals gefragt, ob es mir überhaupt […]

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