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Rehkitzrettung 2021

Rehkitzrettung 2021

Rehkitzrettung 2021

Wenn man an Menschen denkt, die zur Jagd gehen, dann fallen einem sofort die typischen Bilder ein: Personen in grün, die mit Waffen auf Hochsitzen verharren und nach Wild Ausschau halten, um dieses zur Strecke zu bringen. Ich durfte einige Jägerinnen und Jäger zur Rehkitzrettung begleiten. Und dort hat sich wieder gezeigt, dass das typische Bild der Jägerschaft nicht mehr, als ein Ausschnitt des Ganzen ist.

Im Westen geht die Sonne unter, als wir uns am verabredeten Treffpunkt zusammenfinden. Das Licht am Horizont verfärbt sich langsam ins orange. Ein warmes Bild in absoluter Stille. Das Zwitschern der Vögel und der Ruf des Kuckucks reihen sich nahtlos in diese Stille ein. Um uns herum liegen Wiesen und Äcker. An den Rändern der Felder stehen Eichen. Vereinzelt Birken. Unweit vom Treffpunkt fließt ein Fluss. Er trägt sein Wasser der untergehenden Sonne entgegen. Nicht mehr lange und sie berührt den Horizont.

Doch an diesem Abend sind wir nicht wegen des Sonnenuntergangs gekommen. Einige der Wiesen sollen gemäht werden und die Jägerinnen und Jäger, mit denen ich unterwegs war, wurden gefragt, ob sie diese Flächen nach Rehkitzen oder eventuellen Gelegen von Bodenbrütern absuchen könnten. Und das konnten sie.   

Rehkitzrettung

Rehkitzrettung als Ehrenamt

Die Rehkitzrettung ist für diese Jägerinnen und Jäger ein Ehrenamt. In ihrer Freizeit, früh morgens und bis spät in die Nacht, arbeiten sie eng mit der Landwirtschaft zusammen, um möglichst viele Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Damit dieses gelingt, setzten sie hocheffektive Technik ein. 

Eine Drohne mit Wärmebildkamera überfliegt die vorab einprogrammierten Flächen und zeichnet jeden Quadratmeter auf. Während der Pilot das Fluggerät steuert, sucht eine zweite Person, auf einem großen Bildschirm, nach Stellen, die sich aufgrund ihrer Temperatur deutlich vom kälteren Boden unterscheiden. Manchmal können diese Stellen Hasen sein, manchmal Fasane oder eben kleine Rehkitze.

Der Unterschied ist, Hasen rennen davon, Fasane flüchten ebenfalls. Die kleinen Rehkitze allerdings verfügen noch über keinen Fluchtreflex, sie ducken sich und bleiben regungslos im Gras liegen. Und genau das wird, im Fall der Grasernte, oft zum Verhängnis. Die großen Traktoren mit ihren Mähwerken bedeuten für die jungen Tiere oft den sicheren Tod.

Damit genau das nicht geschieht, machen sich die Jägerinnen und Jäger in diesen Tagen immer wieder auf, um die zu mähenden Flächen abzusuchen und die im hohen Gras liegenden Kitze zu bergen. Und das gelingt tatsächlich ziemlich gut. 

Rehkitze im hohen gras

Während die Sonne untergeht, zieht die Drohne über den Feldern ihre Bahnen. Der Boden ist zu dieser Zeit schon etwas abgekühlt und die Kitze relativ leicht zu erkennen. Tatsächlich spielt das milde bis kühle Wetter den Jägerinnen und Jägern etwas in die Karte. Denn je heißer es ist, desto schwieriger gestaltet sich die Rehkitzrettung. 

Doch an diesem Abend läuft alles wie geschmiert. Die Drohne fliegt, Pilot und Co-Pilot kontrollieren den Flug, die Anderen stehen, mit Abstand zueinander, am Rand und warten auf einen Einsatz. Zum Glück vergebens. Die erste Fläche ist, bis auf einen Hasen, der aufgrund der Geräusche sofort flüchtet, frei.

Rehkitzrettung Altenoythe

Eine weitere Fläche steht noch auf dem Plan. Die Technik wird eingepackt, verstaut und gesichert. Der Standort wird gewechselt. Tatsächlich ist an diesem der Flug etwas problematischer. Einige große Eichen stehen in unmittelbarer Nähe zur Wiese. Dieser Teil kann nicht überflogen werden. Aber zum Glück muss das auch nicht so sein. Denn bereits nach wenigen Bahnen haben die Piloten auf dem Bildschirm ein Kitz entdeckt. Ein oder zwei Minuten später finden sie das zweite Tier. Ein voller Erfolg an diesem Abend.

Rehkitzrettung

Bundesprogramm zur Rehkitzrettung

Übrigens: Der Bund fördert die Anschaffung von Drohnen zur Rehkitzrettung. Eingetragene Vereine, zu deren satzungsgemäßen Aufgaben die Pflege und Förderung des Jagdwesens sowie des Tier-, Natur- und Landschaftsschutzes oder die Rettung von Wildtieren gehören, können seit dem 19. März 2021 Fördermittel für die Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildkamera bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beantragen. Anträge auf Teilnahme an der Fördermaßnahme (erste Stufe) können bis zum 1. September 2021 gestellt werden.

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