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Waldspaziergang

Hast Du in diesem Jahr schon einen Waldspaziergang gemacht? Falls nicht, solltest Du das auf jeden Fall nachholen. Ein Spaziergang im Wald ist viel gesünder, als Du bislang vielleicht angenommen hast. Bei den Japanern z.B. ist das sogenannte Waldbaden sogar fester Bestandteil von Therapiekonzepten, die sowohl bei psychischen Leiden als auch bei Atemwegs- bzw. Herz-Kreislaufproblemen Linderung versprechen.

Es ist Donnerstag. der 06. Januar 2022. Das erste Mal in diesem Jahr scheint so richtig die Sonne. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite. Und weil ich an diesem Tag ausreichend Zeit habe, entscheide ich mich dazu, einen ausgiebigen Waldspaziergang zu unternehmen. Ehrlich gesagt, ich entscheide mich oft dazu im Wald spazieren zu gehen, denn die Runden zwischen den Bäumen haben so viele Vorteile. Die Ruhe, die ich hier erleben darf, ist tatsächlich nur einer davon.

Ich stelle mein Auto am Rand des Waldes ab und laufe los. Obwohl das Wetter so wunderbar ist, begegne ich niemanden im Wald. Es herrscht Stille zwischen den Bäumen. Vereinzelt höre ich das Rauschen des Windes zwischen den Ästen oder wie Tropfen von den Nadeln auf den Boden in eine Pfütze fallen, aber ansonsten ist es wirklich leise. Und genau das spüre ich. Tief in mir. Die Ruhe des Waldes geht nahtlos in mich über. Stress, Hektik und Aufregung verschwinden. In diesen Minuten denke ich wieder einmal darüber nach, wie gesund ein Waldspaziergang wirklich ist.

Der Waldspaziergang und seine Vorteile.

Hast Du schon einmal von Parasympathikus gehört? Der Parasympathikus ist der Teil Deines vegetativen Nervensystems. Er wird auch als parasympathisches Nervensystem bezeichnet. Dieser Teil übernimmt in Deinem Körper die Regulation in der Ruhe- und Erholungsphase. Er ist, unter anderem, für den Aufbau von Energiereserven verantwortlich. Ein Waldspaziergang aktiviert den Parasympathikus. Die bewusste Bewegung im Wald sorgt also dafür, dass Du physisch und psychisch in den Erholungsmodus kommst. Darüber hinaus aktiviert er sogar Dein Immunsystem.

Wie im Leben der meisten berufstätigen Menschen, habe ich auch ich stressige Tage. Tage, an denen Unruhe, Hektik und z.B. Termindruck allgegenwärtig sind. An diesen Tagen versuche ich immer mir mindestens eine Stunde frei zu räumen. Eine Stunde, die ich im Wald verbringen kann. Meistens richte ich mir diese Zeit nach dem Termin ein. Tatsächlich muss der Wald gar nicht riesig sein. Manchmal reicht ein kleiner Hain. Allerdings ist es immer so, dass ich stärker und ruhiger aus dem Wald herauskomme, als ich reingegangen bin. Für mich persönlich ist es also jedes Mal ein purer Gewinn.

Ein weiterer Gewinn, den jeder Waldspaziergang mit sich bringt, ist die frische Luft. Diese ist im Wald besonders gesund. Je tiefer Du in den Wald hinein gehst, desto sauberer wird die Luft nämlich. Das liegt daran, dass die Feinstaubbelastung unter den Bäumen wesentlich geringer ist und das Sauerstoffgehalt höher. Es ist also richtig zu behaupten, dass die Waldluft wahrer Balsam für die Atemwege ist.

Der Waldspaziergang ist Erholung für die Augen und gut für den Fokus.

Viele von uns verbringen viel Zeit vor dem Rechner. Oder sie hängen am Tablet, am Smartphone oder anderen, ähnlichen Geräten fest. Dabei vergessen wir oft unseren Blick schweifen zu lassen und schaffen es nicht verschiedene Farben, Strukturen oder Formen wahrzunehmen. Auch der Blick auf weit entfernte Gegenstände sind beim Betrachten des Displays eher selten. Aber genau das brauchen unsere Augen. Sie brauchen die Entfernung, die verschiedenen Farben, Strukturen und Formen, um langfristig gesund zu bleiben.

Im Wald bzw. in der Natur generell wird Dir genau das geboten. Deine Augen und alle anderen Sinne ebenfalls nehmen dort die komplexe Struktur unserer Natur wahr. Sie sehen weit entfernte Gegenstände, die Strukturen der Bäume und Blätter, die verschiedenen Farben (nicht nur während der verschiedenen Jahreszeiten) und natürlich die zahlreichen, unterschiedlichen Formen. Für Deine Augen bedeutet pure Erholung und Dein Gehirn kommt so zur Ruhe. Das hat nachhaltig positive Folgen für Deine Konzentrationsfähigkeit und Deine Aufmerksamkeit.

Für mich, der viel als Fotograf arbeitet, ist das enorm wichtig. Durch eine stärke Konzentrationsfähigkeit habe ich einen stärkeren Fokus. Und auf den Fokus kommt es in der Fotografie natürlich oft an. Aus diesem Grund sehe ich meinen Waldspaziergang oft als Teil meiner Arbeit an, da dieser mehr ist als nur eine Ruhepause. Er ist eine Investition in meinen Fokus, in meine Produktivität und sorgt darüber hinaus für eine bessere Work-Life-Harmony.

Dein Waldspaziergang

Im Wald gibt es viele, tolle Fotomotive

Wo wir gerade beim Thema „Fokus“ sind. Natürlich bietet der Wald auch zahlreiche, großartige Fotomotive. Gerade im Bereich der Natur- und Landschaftsfotografie. Aber auch für die Wildtierfotografie ist der Wald ein sehr guter Ort. Allerdings gibt es hier – wie überall – gewisse Hindernisse. Im Bundesjagdgesetz heißt es nämlich unter „§ 19a Beunruhigen von Wild“:

Verboten ist, Wild, insbesondere soweit es in seinem Bestand gefährdet oder bedroht ist, unbefugt an seinen Zuflucht-, Nist-, Brut- oder Wohnstätten durch Aufsuchen, Fotografieren, Filmen oder ähnliche Handlungen zu stören. Die Länder können für bestimmtes Wild Ausnahmen zulassen.

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__19a.html

Genau deswegen ist es besser, auf den Wegen zu bleiben, das Wild nicht zu stören und im Zweifelsfall einfach mal das Gespräch mit der zuständigen Försterin bzw. dem zuständigen Förster zu suchen. Aber das nur am Rande, denn in diesem Beitrag geht es ja nicht um die Fotografie im Wald, sondern um den Waldspaziergang.

Unterwegs im Wald

Was aber am Ende zählt und wirklich wichtig ist:

Was am Ende aber wichtig ist, dass Du im Wald nichts hinterlässt, außer vielleicht deinen Fußspuren. Jeder Wald ist ein komplexes Ökosystem. Es besteht aus vielen kleinen Zusammenhängen, die wir vielleicht gar nicht richtig erkennen können, wenn wir uns nicht wirklich damit beschäftigt haben. Trotzdem liegt es an uns, dieses System zu schützen und dafür zu sorgen, dass der Wald gesund bleibt.

Falls Du Dich unterwegs versorgen musst, nimm einen Rucksack mit. Darin solltest Du anschließend auch Deinen Müll nach Hause transportieren, denn dieser gehört nicht in den Wald. Eine kleine Tüte kann hier sehr hilfreich sein, damit Dein Rucksack sauber bleibt. Auch Zigarettenkippen gehören nicht in den Wald, wobei ich mir sicher bin, dass ich genau das nicht erwähnen muss.

Durch dieses Verhalten, was für Dich bestimmt selbstverständlich ist, trägst Du zum Schutz des Waldes bei und sorgst dafür, dass Dein Waldspaziergang auch zukünftig ein Erlebnis bleibt, dass nicht nur Deiner Gesundheit dient. Vielleicht ist der Waldspaziergang eine gute Idee für das nächste Wochenende.

Unter freiem Himmel. Ein Buch, dass ich erst kürzlich gelesen habe. Und dieses Buch hat mich wirklich gefesselt. Nicht nur wegen der wirklich gut geschriebenen Geschichte und der Anleitung für ein Leben im Freien, sondern auch wegen den wunderschönen Fotos, die mein Fotografenherz haben höherschlagen lassen. Unter freiem Himmel. Eine Buchrezension. 

Ehrlich gesagt, es gab Zeiten, da habe ich wirklich intensiv darüber nachgedacht, ein Leben im Wald zu führen. Draußen. Unter freiem Himmel. Ich hatte diese fantastisch, romantische Vorstellung, dass so ein Leben das richtige für mich sei. Allerdings hatte ich zu jenem Zeitpunkt kaum Ahnung von den Regeln und Gesetzen in diesem Land. Ich war jung. Sehr jung. Und dann kam der Tag meiner Einschulung und ich musste langsam lernen, dass das, was ich mir als Kind so wunderschön ausgemalt hatte, hier eigentlich gar nicht so einfach möglich war.    

Markus Torgeby allerdings konnte diese Erfahrungen sammeln. Unter freiem Himmel schlafen, umgeben von Bäumen, der Dunkelheit der Nacht und der Kälte, die für ihn so angenehm war. Als seine Karriere als erfolgreicher Langstreckenläufer aufgrund einer Verletzung ein jähes Ende nahm, entschloss er sich dazu, der Zivilisation den Rücken zu kehren und fortan ein Leben im Wald, unter freiem Himmel, zu führen. Und über diese Erfahrung hat er ein Buch geschrieben.     

Unter freiem Himmel

UNTER FREIEM HIMMEL

Eher zufällig bin ich über dieses Buch gestoßen. Der Name Markus Torgeby war mir, bis vor kurzem, kein Begriff. Nie hatte ich von diesem Mann gehört oder gelesen, was daran liegen mag, dass ich mich nie sonderlich für Langstreckenläufe interessiert habe. Das hat sich zwar nicht geändert, aber die Geschichte dieses Mannes hat mich dann doch interessiert. Also kaufte ich mir sein Buch, um seine Geschichte zu lesen. Was ich bekam war aber nicht nur ein Buch, sondern eine wunderbar bebilderte Anleitung zum draußen leben.    

Alles begann damit, dass Markus Torgeby im Alter von zwölf Jahren das Fenster seines Schlafzimmers öffnete und bemerkte, dass er ruhiger wurde, wenn die kalte Winterluft über sein Gesicht strich. Bis dahin war nichts in seinem Leben wirklich einfach. In der Schule lief es nicht so gut und durch die Erkrankung seiner Mutter wurde es auch zu Hause immer schwieriger. Wirklich abschalten konnte er nur, wenn er über die Felsen auf Öckerö rannte, sein Boot übers Wasser steuerte oder von einer 20 Meter hohen Brücke ins Meer sprang.       

Wer nun allerdings glaubt, das Buch „Unter freiem Himmel“ ist lediglich eine Biographie, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Zum Glück. Dieses Buch ist tatsächlich mehr. Es ist eine kleine Anleitung zum Leben unter freiem Himmel. Ein Buch mit Hinweisen, wie man am besten im freien schläft, seine Kleidung, sollte sie einmal nass geworden sein, richtig trocknet oder wie man am besten auf Bäume klettert. Es wird über das Feuer machen geschrieben und wie man sich ein wunderbares Porridge zubereitet. Viele kleine Kapitel laden zum Nachdenken und Nachmachen ein. 

Allerdings sollte man beim Lesen immer im Hinterkopf behalten, dass Markus Torgeby aus Schweden stammt und dass es dort, was das Leben draußen betrifft, andere Regeln und Bestimmungen gibt.   

Unter freiem Himmel

Ich glaube an das Schlafen im Freien, umgeben von Nadelbäumen, Dunkelheit und Kälte. Daran, auf dem Rücken zu liegen, zu den Sternen hochzublicken und zu sehen, wie sich die Atemluft wie eine dünne Wolke ausbreitet. Es geschieht etwas mit Dir, wenn der Raum, in dem Du Dich aufhältst, unendlich ist.  

Markus Torgeby

Ein Buch mit wunderbaren Fotos

Was mir an diesem Buch besonders gefällt, sind die zahlreichen Fotos, die das Leben draußen auf wunderbare Weise veranschaulichen. Für diese Fotos ist Frida Torgeby verantwortlich, die, man ahnt es vielleicht schon, mit Markus Torgeby verheiratet ist. Tatsächlich habe ich die erste Zeit des Buches damit verbracht, durch die Seiten zu blättern und mir die zahlreichen Fotos ganz genau anzuschauen. Ich mag ihren Stil. Die Art, wie sie die Dinge sieht und wie sie, die Momente auf Fotos festhält. Ja, die Fotos in „Unter freiem Himmel“ haben mich wirklich beindruckt. Vielleicht auch ein wenig inspiriert. 

Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn. Ich kann und möchte dieses Buch jedem ans Herz legen, der sich fürs draußen sein interessiert. Es ist ein wunderbares Buch, das angenehm zu lesen ist und viele tolle Bilder enthält. „Unter freiem Himmel“ ist ein Buch, dass ich auch so immer mal wieder gerne in die Hand nehme. Manchmal auch nur, um darin zu blättern. Es liegt auf meinem Schreibtisch. Nicht im Regal. Auf meinem Schreibtisch, da wo wirklich nur die Bücher einen Platz finden, die ich immer mal wieder gebrauchen möchte. Ich glaube, dass sagt einiges. 

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