Jägerprüfung
Jägerprüfung

Die Jägerprüfung ist die Grundvoraussetzung, um in Deutschland einen Jagdschein zu bekommen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Du ohne die Jägerprüfung keine Jägerin bzw. kein Jäger werden kannst. Aber wie macht man eigentlich das „grüne Abitur“, wie läuft es ab und was musst Du erfüllen, um zur Prüfung zugelassen zu werden?  

In den letzten Jahren ist die Zahl der Menschen, die eine Jägerprüfung abgelegt haben, immer wieder gestiegen. Die Leidenschaft zur Jagd hat demensprechend viele Menschen erreicht. Dafür gibt es eine Vielzahl guter Gründe. Als Jägerin bzw. Jäger bist Du draußen in der Natur, beobachtest Wildtiere und hilfst ihnen, in dem Du Dich um die Hege und Pflege im Revier kümmerst. Ein weiterer Grund ist sicherlich auch die wirklich, nachhaltige Art der Fleischbeschaffung, die viele Menschen dazu bewegt, das grüne Abitur abzulegen. Doch persönlich denke ich, aus einigen Gesprächen mit Jägerinnen und Jägern, dass die Liebe zur Natur bei den Beweggründen immer an erster Stelle steht. 

Jagd ist mehr als nur das Töten von Tieren.

Vieles, was ich in den letzten Jahren über die wildlebenden Tiere und die heimischen Pflanzen unserer Region gelernt habe, haben mir Jägerinnen und Jäger vermittelt. Während diversen Ansitzen und kleinen Wanderungen durch die Reviere, merkte ich oft, wie eng diese Menschen mit der Natur verbunden waren. Sie zeigten mir, wie man die Umgebung mit anderen Augen sieht und welche tiefgreifenden Kenntnisse sie über Wildtiere und deren Lebensraum hatten. Ich habe an diesen Tagen oft gemerkt, dass Jagen nicht nur bedeutet, Tiere zu töten. Zwar ist mit dem Jagdrecht die „Pflicht zur Hege“ rechtlich verbunden, aber das Hege & Pflege nur aus einer Verpflichtung heraus erfüllt wurde, habe ich nie gespürt.

Jägerin bzw. Jäger zu sein, bedeutet also auch, verantwortlich für die Artenvielfalt als auch für den Erhalt heimischer Wildtierbestände zu sein. Es bedeutet, sich aktiv für den Erhalt der jeweiligen Kulturlandschaft zu engagieren und die Lebensräume der Tiere zu schützen. Darüber hinaus haben Jägerinnen und Jäger den Auftrag, der sogar gesetzlich verankert ist, Schäden in Wald und Feld, die durch Wildtiere entstehen können, zu minimieren und bei der Prävention von Tierseuchen unterstützend zu wirken.

Dessen solltest Du Dir, sobald Du darüber nachdenkst, die Jägerprüfung abzulegen, durchaus bewusst sein. Jagen bedeutet eben nicht nur, mit der Waffe auf dem Ansitz zu sitzen, sondern auch Wildäcker anlegen, Reflektoren an den Straßen zur Vermeidung von Wildunfällen anzubringen oder die heimischen Wildtiere in verschneiten, kalten Tagen mit Futter zu versorgen.  

Jägerprüfung

Voraussetzungen zur Jägerprüfung

Um zur Jägerprüfung zugelassen zu werden, musst Du einige Anforderungen erfüllen, die im Bundesjagdgesetz genau definiert sind. 

  • Die wichtigste Anforderung ist ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis. Dieses musst Du zwingend vorweisen, um zur Jägerprüfung zugelassen werden zu können. 
  • Um die Schulungen zur Prüfung zu besuchen, musst Du mindestens 15 Jahre alt sein. Mit 16 Jahren darfst Du Dich dann zu den Prüfungen anmelden. Bestehst Du in diesem Alter die Jägerprüfung, erhältst Du einen Jugendjagdschein. 
  • Sobald Du das 18 Lebensjahr erreichst, kannst Du Deinen Jugendjagdschein zu einem regulären Jagdschein umschreiben lassen. Legst Du die Prüfungen zur Jägerprüfung mit 18 Jahren oder älter ab, erhältst Du selbstverständlich – sofern Du alle Voraussetzungen dafür erfüllst – einen regulären Jagdschein. 

Übrigens: Der gerade erwähnte Jugendjagdschein ist ein ganz normaler Jagdschein mit einigen Einschränkungen. So darfst Du, als Inhaber des Jugendjagdscheins nicht alleine, sondern nur in Begleitung mit einer erfahrenen Jägerin bzw. einem erfahrenen Jäger auf die Jagd gehen. Darüber hinaus darfst Du selbst keine eigene Waffe und auch keine Munition besitzen. Auch die Teilnahme an Gesellschaftsjagden als jagdausübende Person ist Dir mit dem Jugendjagdschein untersagt. 

Wie läuft die Jägerprüfung ab?

In Deutschland ist die Jägerprüfung in drei Teile unterteilt. Die Prüfung ist in drei Bereiche unterteilt. Es gibt eine schriftliche und eine mündliche Prüfung, als auch eine Schießprüfung. Die Schießprüfung ist wiederum in drei Bereiche aufgeteilt.

Der Prüfungsteil Schießübung

Die Schießübung ist, wie bereits erwähnt, in drei Bereiche aufgeteilt. Es gibt die Disziplin „100 Meter Rehbock angestrichen“, die Disziplin „laufender Keiler“ und die Disziplin „Tontaube / Wurfscheibe“. 

In der ersten Disziplin wird die stehende Schussabgabe abgefragt wird. Bei der Schussabgabe darf die Waffe nicht aufgelegt, wohl aber einhändig mit Festhalten an einem senkrechten Stab erfolgen. Auf der Zielscheibe, die einen Rehbock darstellt, findet der Anwärter bzw. die Anwärterin die Zielringe, die es zu treffen gilt. 

Die zweite Disziplin „laufender Keiler“, soll die Fertigkeiten mit der Waffe an einem bewegten Ziel abfragen. Hier hat die Zielscheibe die Form eines Keilers (männliches Wildschwein). Diese ist auf einer Schiene montiert und fährt in einer vergebenen Geschwindigkeit auf ca. 50 Meter an der zu prüfenden Person vorbei. Während einer kurzen Zeitspanne, muss das Ziel erfasst und ein Schuss abgegeben werden.

Mit Hilfe von davonfliegenden Wurfscheiben bzw. Tontauben wird in der dritten Disziplin die Fertigkeit auf davonfliegende Ziele zu schießen geprüft. Die jeweiligen Flugbahnen der Scheiben sind nicht identisch. 

Die schriftliche Prüfung

Nun wird tatsächlich schnell klar, warum die Jägerprüfung in Deutschland auch „das grüne Abitur“ genannt wird. In Niedersachsen zum Beispiel beruht der zweite Prüfungsteil auf rund 2.600 Fragen, die als Multiple Choice Fragen geprüft werden. Es gibt jeweils 5 Fachgebiete, die aus je ca. 500 Einzelfragen bestehen. Abgefragt werden Fragen aus dem Bereichen „Wildbiologie“, „Naturschutz, Hege, Jagdbetrieb“, „Jagdrecht und verwandtes Recht“, „Waffenkunde“ und „Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten, Jagdhundewesen, jagdliches Brauchtum“. 

Die mündliche Jägerprüfung

Der mündliche und praktische Prüfungsteil ist der letzte Teil der Jägerprüfung. Auch hier werden die vorhin erwähnten 5 Fachgebiete noch einmal geprüft. 

Was folgt nach der Jägerprüfung?

Hast Du Deine Jägerprüfung bestanden, solltest Du, bevor Du Deinen Jagdschein bei der zuständigen Jagdbehörde lösen möchtest, zunächst eine Jagdhaftpflichtversicherung abschließen. Möchtest Du direkt einen Dreijahresjagdschein lösen, sollte Deine Versicherung dementsprechend auch für drei Jahre im Voraus abgeschlossen sein. Der Abschluss einer Jagdhaftpflichtversicherung ist übrigens Voraussetzung, um den Jagdschein zu bekommen. 

Hast Du Deine Jägerprüfung bestanden, solltest Du, bevor Du Deinen Jagdschein bei der zuständigen Jagdbehörde lösen möchtest, zunächst eine Jagdhaftpflichtversicherung abschließen. Möchtest Du direkt einen Dreijahresjagdschein lösen, sollte Deine Versicherung dementsprechend auch für drei Jahre im Voraus abgeschlossen sein. Der Abschluss einer Jagdhaftpflichtversicherung ist übrigens Voraussetzung, um den Jagdschein zu bekommen. 

Als Jägerin bzw. Jäger bist Du mit scharfer Munition und einer Waffe im Wald, bzw. im Feld, unterwegs. Und selbst wenn Du im Umgang mit der Waffe geübt bist, Unfälle können trotz aller Routine immer wieder passieren. Und in diesem Fall können Sachschäden entstehen oder Menschen verletzt werden. Oder schlimmeres. In all diesen Fällen musst Du, als jagdausübende Person, die finanziellen Folgen des Unfalls tragen. Und hier greift die Jagdhaftpflichtversicherung. Sie springt in diesen Fällen ein und übernimmt den Ausgleich des Sachschadens bzw. die Entschädigung des Unfallopfers. Doch auf die Jagdhaftpflichtversicherung werde ich noch einmal speziell eingehen. 

Weitere Informationen

Infos zur Jägerprüfung findest Du auch auf der Webseite des Deutschen Jagdverbandes den Webseiten der Landesjagdverbände. Eine Übersicht der Verbände findest Du hier.

Eine Buchempfehlung habe ich auch :

Vor und nach der Jägerprüfung* – Das Jägerbuch von Herbert Krebs. Dieses traditionsreiche und umfassende Praxisbuch zur Jagd beinhaltet das komplette Wissen zum Handwerk der Jagd, erklärt die rechtlichen Rahmenbedingungen und enthält einen umfassenden Teil zur Wildtierkunde. Ich habe mir dieses Buch vor gut einem Jahr gekauft und seit dem liegt es immer griffbereit auf meinem Schreibtisch. Auch für Nichtjägerinnen und Nichtjäger, die sich mit den Tieren unseres Landes näher befassen möchten, ist dieses Buch als Nachschlagewerk eine klare Empfehlung.

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