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Regen im Wald

Regen im Wald

Unsere Wälder sind wichtig. Sie haben eine große Bedeutung für das Klima, die biologische Vielfalt, für den Boden und für das Wasser. Sie sind wichtige Ökosysteme und bilden gleichzeitig einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Hier auf JAGD & FORST werden unsere Wälder daher ein wichtiges und interessantes Thema sein. Einfach, weil es über sie einiges zu erzählen gibt.  

Heute regnet es. Schon den ganzen Morgen. Wahrscheinlich wird es den restlichen Tag so weiter gehen. Unschön, denn eigentlich war es mein Plan, ein Mikroabenteuer in den Wäldern meiner Region zu unternehmen. Ich weiß, der Regen darf eigentlich kein Grund sein, der ein Mikroabenteuer verhindert. Aber ich nutze diese Ausrede einfach, um Dinge abzuarbeiten, die wirklich abgearbeitet werden müssen. Gleichzeitig kann ich mich mit dem Wasser in den Wäldern befassen, denn das ist durchaus ein interessantes Thema. 

Die Wälder brauchen den Regen. Damit die Bäume, Sträucher und Pflanzen wachsen können. Das ist kein großes Geheimnis. Gleichzeitig aber sind sie Wassersammler, Wasserspeicher und Wasserwerk. Der Boden des Waldes spielt hier nämlich eine tragende Rolle bzw. er nimmt eine wichtige Funktion im gesamten Wasserkreislauf ein. Darüber hinaus ist es so, dass ein großer Teil unseres Trinkwassers aus dem Wald kommt. 

Das Wasser in den Wäldern.

Hohe Bäume. Fichten, Kiefern, Buchen und Birken. Ein wunderschöner Mischwald. Mitten in ihm liegt ein großer See. Ruhig. Still. Einladend, eine Zeitlang an ihm zu verweilen. Wer schon mal auf der ein oder anderen Wanderung einen See mitten im Wald entdeckt hat, kann in etwa nachvollziehen, was ich meine. Ein solcher Platz hat eine beruhigende Wirkung. Jedenfalls auf mich. Und ich liebe es einfach, im Nichtstun versunken, an so einem Platz zur Ruhe zu kommen. Mit etwas Glück kann ich, auf dem See, Wasservögel beobachten, denen ebenfalls die Besonderheit eines solchen Ortes bekannt ist. 

Ein See in den Wäldern
An einem See, tief in den Wäldern, kann man schnell und leicht zur Ruhe kommen.

Lange Zeit habe ich mir keine tieferen Gedanken darum gemacht. Um das Wasser im Wald. Wenn es regnet, fällt das Wasser auf die Bäume und versickert im Boden. Wie wichtig dieser Prozess aber eigentlich ist, war mir eben nicht bewusst. Es ist aber so, dass das Laub, die Nadeln, die Äste und Zweige der Bäume die Niederschläge aus der Luft sammeln. Das gesammelte Wasser haftet zuerst an der Oberfläche der Bäume und tropft, mit etwas Verzögerung, auf den Waldboden.

Dieser ist durch die vielen Mineralien und den Humus mit unzähligen Gängen, Poren und Hohlräumen durchsetzt, der im Grunde genommen, wie ein großer Schwamm wirkt. Dadurch wird das Wasser im Waldboden gesammelt und erst später wieder freigegeben. Unsere Wälder sind durch diese Funktion wahre Wassersammler, die umliegende Städte und Dörfer effektiv vor Hochwasser schützen können, denn dieses wird durch die Verzögerung effektiv vermieden.

Unser Trinkwasser stammt zu großen Teilen aus den Wäldern.

Ich erwähnte es bereits: ein Großteil unseres Trinkwasser stammt aus dem Wald. Und das aus gutem Grund. Der Humus im Waldboden sammelt nicht nur das Wasser, er reinigt es auch. Hier werden die ersten groben Verschmutzungen herausgefiltert. Durch die Bäume, die Pilze und durch ganz viele Kleinstorganismen findet zusätzlich eine biologische Reinigung des Wasser statt. Diese nehmen nämlich Nährelemente auf, die im Wasser vorhanden sind.

Der Waldboden bereitet das Wasser also intensiv auf, bevor es letzten Endes ins Grundwasser gerät. Jede nachhaltige Forstwirtschaft verzichtet daher auf Pflanzenschutzmittel oder Dünger oder verwendet sie nur in Ausnahmefällen, auf sehr kleinen Flächen. Durch diesen Umstand ist das Grundwasser unter den Wäldern besonders sauber. Darüber hinaus ist es aufgrund seines hohen Sauerstoffgehalts für die Gewinnung von Trinkwasser besonders gut geeignet.   

Aufgrund dieser Tatsache wird deutlich, warum über 40% der deutschen Wasserschutzgebiete im Wald zu finden sind. Ca. 2,1 Millionen Hektar Wald sind hierzulande Trinkwasserschutzgebiet. Eine beeindruckende und überaus interessante Zahl.

Die Wälder sind große Wasserspeicher

Mittlerweile hat der Regen aufgehört. Nur noch die Wolken verhängen den Himmel und ein wenig Wind zieht durch die Straßen. Wegen meiner, hätte der Regen nicht aufhören müssen. Und vielleicht – ich weiß es nicht genau – ist es in Anbetracht der vielen Dürresommer der letzten Jahre, genau richtig, dass der Mai so verregnet und nass ist. Ich auf jeden Fall werde mir nun meine Gummistiefel anziehen, mir meinen Hund schnappen und ein wenig über die Waldwege laufen. Und während ich das tue, werfe ich mal einen ganz besonderen Blick auf den Boden. Auf den Boden, der unsere Wälder zu einem wahren Wasserwerk werden lässt.       

 

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