PEFC. Vielleicht ist Dir diese Abkürzung schon einmal aufgefallen, wenn Du im Wald spazieren warst. Meist steht es auf einem Schild, der den Beginn eines Waldweges kennzeichnet. Aber wofür steht PEFC eigentlich und warum ist das überhaupt wichtig?  

Der Wald ist nicht nur ein natürlicher Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, sondern auch die Quelle des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Allein in Niedersachsen, dem Bundesland, in dem ich lebe, gibt es rund 1,20 Millionen Hektar Waldbestände. Fast ein Drittel, sprich 335.000 Hektar des Waldes, werden beispielsweise von den Niedersächsischen Landesforsten bewirtschaftet. 55.000 Hektar gehören dem Bund, 107.000 Hektar sind Körperschaftswald sowie 707.000 Hektar sind Privat- bzw. Genossenschaftswald. 

In den Niedersächsischen Landesforsten werden pro Jahr rund 1,7 Millionen Kubikmeter Holz nachhaltig genutzt. Holz, dass unter anderem für die Baubranche, die Holzwerkstoffindustrie oder die Möbelindustrie genutzt wird. Aber auch Säge- und Hobelwerke, das Holzhandwerk als auch die Papier- und Verpackungsmittelindustrie wird durch den Landeswald beliefert. 

Wofür steht die Abkürzung PEFC und was bedeutet sie?

PEFC Siegel am Waldweg der Landesforsten
Das Siegel ist ein Beleg dafür, dass der Wald nachhaltig genutzt wird.

Die Niedersächsischen Landesforsten haben eine PEFC Zertifizierung. Und PEFC steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“, was im deutschen soviel bedeutet wie: „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen”. Das klingt natürlich am Anfang irre kompliziert. Ist es aber gar nicht. Das PEFC Siegel am Anfang des Waldweges garantiert nämlich, dass dieser Wald nachhaltig bewirtschaftet wird. Das bedeutet zum Beispiel, dass nie mehr Holz geschlagen wird als nachwächst oder das an den Stellen, an denen Bäume gefällt wurden, diese auch wieder aufgeforstet werden. 

Das ist aber noch nicht alles. Diese vier Buchstaben bedeuten auch, dass der Wald ein sicherer Lebensraum für Tiere und Pflanzen bleibt und sehr genau auf die Artenvielfalt geachtet wird. Darüber hinaus wird durch die nachhaltige Bewirtschaftung darauf geachtet, dass der Wald seine natürliche Funktion als natürlicher Schutz von Gewässern, Böden und Klima behält. 

Die Waldzertifizierung nach den Standards von PEFC basieren übrigens auf sehr strengen Richtlinien, die die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern gewährleisten. Damit diese letzten Endes auch wirklich eingehalten werden, wird die Bewirtschaftung immer wieder durch kompetente und unabhängige Organisationen kontrolliert. Mittlerweile sind in Deutschland 7,6 Millionen Hektar Wald PEFC-zertifiziert. Da die Gesamtfläche des deutschen Waldes 11,4 Millionen Hektar beträgt, entspricht das rund zwei Drittel der deutschen Wälder. Durch diese Zahl ist PEFC in Deutschland die größte unabhängige Institution für die Sicherung nachhaltiger Waldbewirtschaftung.  

Was bedeutet das für mich als Verbraucher?

Küchenpapier, Sichtschutzelemente, Zeitschriften, Laminat, Spanplatten, Türen, Fenster, Küchenmöbel, Bücher, Betten, Holzspielzeug. Kopierpapier – ich könnte diese Liste noch lange weiterführen. Doch tatsächlich finde ich, dass diese Auflistung schon zeigt, wie viele Produkte des täglichen Lebens auch Holz hergestellt sind. 

Einige dieser Produkte tragen das PEFC-Siegel. Und wenn Du darauf achtest, und ein Produkt kaufst, dass dieses Siegel trägt, dann achtest Du mit dem Kauf des Produktes darauf, dass Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden. Du achtest darauf, dass den Wäldern nicht mehr Holz entnommen wird als nachwächst. Du bekommst die Garantie, dass die Holz- und Papierprodukte nicht aus fragwürdiger Herkunft oder sogar aus dem Raubbau stammen, sondern aus naturnah bewirtschafteten Wäldern. Übrigens: Weltweit.  

PEFC international

Ursprünglich wurde PEFC als europäisches System gegründet. Doch heute ist diese Organisation eine globale mit dem Ziel einer weltweit nachhaltigen Forstwirtschaft. Insgesamt werden aktuell bereits mehr als 300 Millionen Hektar Waldfläche nach den strengen Vorgaben dieser Institution bewirtschaftet. Das Zertifizierungssystem basiert inhaltlich auf den internationalen Beschlüssen der Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz in Rio. 

In Europa sind dies die Kriterien, die auf den Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa von 37 Nationen in einem pan-europäischen Prozess verabschiedet wurden. Diese Konferenzen fanden 1993 in Helsinki, 1998 in Lissabon, und 2003 in Wien statt. Im Jahr 2010 wurde der Anforderungskatalog noch einmal erweitert. Hier wurde unter anderem festgelegt, dass Naturwälder nicht in Plantagen umgewandelt werden und keine genetisch veränderten Organismen verwendet werden dürfen. Auch der besondere Schutz der Rechte indigener Völker wurde festgelegt. 

Ich achte auf dieses Siegel

Ehrlich gesagt, es ist schon schön zu wissen, dass viele der Wälder, durch die ich gerne spaziere, nachhaltig genutzt und als Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten werden. Und daher bin ich selbst wesentlich achtsamer geworden, was für Produkte ich kaufe und ob diese das PEFC-Siegel tragen. Einfach, weil ich weiß, dass ich durch den Kauf der Produkte mit diesem Siegel den Wäldern und ihren Bewohnern etwas Gutes tue.