Afrikanische Schweinepest
Afrikanische Schweinepest

Mittlerweile gibt es in Deutschland den ersten bestätigten Fall der Afrikanischen Schweinepest, kurz ASP. Die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bestätigte den Verdachtsfall bei einem Stück Schwarzwild in Brandenburg. Doch was ist die Afrikanische Schweinepest überhaupt, wie gefährlich ist sie und kann sie auch für den Menschen gefährlich sein?  

Als ich vor einiger Zeit beruflich Richtung Hamburg unterwegs war, fiel mir auf einer Raststätte ein Warnschild auf, dass auf die Afrikanische Schweinepest aufmerksam machte. Auf diesem stand geschrieben, dass sich diese hochansteckende Krankheit in Europa ausbreiten und Millionen von Haus- und Wildschweinen bedrohen würde. Es wurde darum gebeten, Speisereste nur in verschlossenen Müllbehältern zu entsorgen. 

Zugegeben: Da für mich die Sache mit den Speiseresten eh klar war, habe ich das Schild zwar wahrgenommen, aber nicht weiter darüber nachgedacht. Ich halte keine Schweine und Jäger bin ich auch nicht. Warum also sollte ich mich dafür interessieren? Da nun allerdings der erste Fall von offizieller Seite bestätigt ist und ich mich inzwischen mehr und mehr für unsere heimischen Wildtiere interessiere, dachte ich mir, ich beschäftigte mich doch mal intensiver mit der Afrikanischen Schweinepest. 

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Tatsächlich ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) eine schwere Virusinfektion, die „nur Schweine“ befällt und die dann in den meisten Fällen sterben. Eine Impfung gegen diese Infektion gibt es derzeit nicht. Allerdings ist sie für uns Menschen ungefährlich. 

Ursprünglich kam die ASP nur in Afrika vor. In den vergangenen Jahren drang sie auch in Richtung Europa vor. Zunächst wurde sie in Georgien entdeckt und von dort wanderte sie in Richtung Moldawien und die Ukraine. 2014 wurde sie dann in den EU-Mitgliedsstaaten Litauen und Lettland entdeckt. Aber auch in Rumänien, Tschechien, Ungarn und Polen ist die Afrikanische Schweinepest bereits aufgetreten. 

Mit dem Stück Schwarzwild, dem toten Wildschwein, dass in Brandenburg gefunden wurde, ist die ASP nun auch in Deutschland angekommen. Genauer gesagt, in der Nähe zur polnischen Grenze, wie die Bundesministerin Julia Klöckner mitteilte. 

Wie wird die Afrikanische Schweinepest übertragen?

Das Virus wird durch direkten Tierkontakt übertragen, sprich von Schwein zu Schwein. Allerdings ist auch die indirekte Übertragung durch tierische Produkte möglich, wodurch der vorhin erwähnte Warnhinweis, Lebensmittel nur in geschlossenen Behältnissen zu entsorgen, durchaus Sinn macht. Werden Lebensmittel, die Rohwurst oder nicht genug erhitzte Schweinefleischprodukte achtlos in die Natur geworfen, bedienen sich Wildschweine an diesen und können sich so mit dem ASP-Virus anstecken. Dadurch kommt es immer wieder durch Ausbrüche in Regionen, die als wenig gefährdet galten. 

Die großen Sprünge macht die Afrikanische Schweinepest allerdings entlang der Hauptverkehrswege. Fahrzeuge, die in Kontakt mit Tiermaterial hatten, das mit dem Virus infiziert ist, bilden ebenfalls eine Infektionskette.

Was passiert, wenn die ASP ausbricht?

Sobald bei einem Wildschwein die Afrikanische Schweinepest festgestellt wird, muss eine Pufferzone errichtet und das entsprechende Gebiet, als gefährdetes Gebiet festgelegt werden. Hausschweine und Schweinefleisch darf dieses gefährdete Gebiet dann nicht verlassen. Die Wildschweine, die gejagt oder tot aufgefunden werden, werden genau untersucht. 

Tritt die Afrikanische Schweinepest in Hausschweinbeständen auf, müssen alle Schweine der betroffenen Bestände getötet werden. Daraufhin werden diese in Tierkörperbeseitigungsanlagen unschädlich beseitigt. Gleichzeitig werden Sperrbezirke errichtet, die einen Radius von mindestens drei Kilometern um den betroffenen Betrieb ab. Abgeschlossen werden diese durch sogenannte Beobachtungsgebiete, die einen Radius von mindestens zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb haben. 

Wie sehen die Symptome der Afrikanischen Schweinepest aus?

Bei den europäischen Wildschweinen führt die ASP zu schweren Symptomen wie Schwäche, Fieber, Bewegungsstörungen, Fressunlust, Durchfall oder Atemproblemen. Auch Nasenbluten, blutiger Durchfall oder Hautblutungen können auftreten. Wildschweine, die an der Afrikanischen Schweinepest erkrankt sind, zeigen manchmal auch eine verringerte Fluchtbereitschaft, was soviel bedeutet, als die sie z.B. in der Suhle liegenbleiben. 

Bei der Erkrankung spielt Alter und Geschlecht keine Rolle. Jedes Schwarzwild kann an der ASP erkranken und in fast allen Fällen führt eine Erkrankung zum Tod. Meist innerhalb einer Woche. 

Wenn Jägerinnen oder Jäger ein Stück betroffenes Schwarzwild aufbrechen, sollten sie auf blutige Lymphknoten, feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder auf eine vergrößerte Milz achten. Des Weiteren lassen sich manchmal Schaum in den Atemwegen, als auch in der Lunge finden.

Kann ich Schweinefleisch von infizierten Tieren essen?

Wie bereits erwähnt, ist das Virus für den Menschen vollkommen ungefährlich. Dementsprechend ist auch der Verzehr von infiziertem Fleisch vollkommen unbedenklich. Allerdings sollte das Fleisch der infizierten Schweine nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden, da durch diese eine Verschleppungsgefahr der Afrikanischen Schweinepest besteht. Durch kontaminierte Rohwurst beispielsweise, wurde die Seuche nachweislich von der Ukraine aus ins Baltikum übertragen. 

Wo finde ich weitere Informationen zur afrikanischen Schweinepest?

Weitere Informationen zu der ASP hält das Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft bereit. Den Link dazu findest Du hier