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Regeln der Wildtierfotografie

Regeln der Wildtierfotografie

Die Wildtierfotografie ist keine leichte Aufgabe. Sie erfordert Zeit, Geduld, Fachkenntnisse und jedes Mal ein gewisses Maß an Vorbereitung. Manche behaupten, die Wildtierfotografie sei gerade deshalb die Königsklasse der Fotografie. Letzten Endes spielt es aber keine Rolle. Was wirklich zählt ist, dass jede Fotografin und jeder Fotograf sich an einige Regeln hält, die dem Wohl, der Ruhe und dem Schutz der Tiere dienen. Denn das muss immer an erster Stelle stehen.

Noch heute kann ich mich an das überragende Gefühl erinnern, welches ich verspürte, nachdem ich auf den Auslöser gedrückt hatte. Es war eine Mischung aus Spannung, Freude, Glück, Leichtigkeit und Angst. Angst davor, dass die Aufnahme nicht gelungen sein könnte. Denn so einen Moment, den würde ich nie wieder erwischen. Das wusste ich genau.

Ich ging, wie so oft, über einen alten Feldweg. Einen Genossenschaftsweg. Gummistiefel, grüne Hose, Tarnjacke. Sicherlich hätte ich den Eindruck eines Jägers erwecken können. Allerdings war und ist dem nicht so. Ich war als Fotograf unterwegs und mein Ziel war es, in die Wildtierfotografie einzutauchen. Für mich gab und gibt es nichts Schöneres, als nach einem langen Spaziergang oder nach einiger Zeit in der Natur ein wirklich tolles Foto im Kasten zu haben. Allerdings würde ich mich – und das möchte ich hiermit gleich zu Beginn klarstellen – nicht als einen Experten im Bereich der Wildtierfotografie bezeichnen. Ich kratze gerade mal so an der Oberfläche.

An diesem Tag war es ziemlich bewölkt, was mir sehr gut gefallen hat. Das Licht war leicht und die Kontraste gering. Auch der Wind stand günstig und spielte mir in die Karten. Von weitem aus sah ich, dass sich einige Rehe in meine Richtung bewegten, mich aber nicht bemerkt hatten. Vor mir lag ein Graben und ich dachte mir, dass es doch nicht schaden könnte, mich einfach auf Weg zu setzen, und zwar genau an der Stelle, an der dieser über den Graben führt. Dort saß ich nun und musste nur noch warten. 

Die wichtigste Regel in der Wildtierfotografie

Wildtierfotografie

Draußen, in der Natur, gibt es viele Motive, die es sich zu fotografieren lohnt. Bäume, Blumen, Flussläufe, Landschaften. Und natürlich die wildlebenden Tiere, die es auf den Wiesen, Feldern und Wäldern zu sehen gibt. Rehe, Hasen, Füchse. Um nur einige zu nennen. Doch ganz egal, was man gedenkt zu fotografieren, eine Regel gilt für alle Bereiche der Naturfotografie:
Es ist der Aspekt, dass man sich in der Natur wie ein Gast verhält. 

Wenn wir uns draußen aufhalten, dort, wo die wildlebenden Tiere ihr Zuhause haben, ist es unsere Pflicht, sie so wenig wie möglich zu stören. Und das gilt meiner Meinung nach nicht nur für Menschen, die sich der Natur- bzw. Wildtierfotografie verschrieben haben, sondern auch für alldiejenigen, die sich draußen in der Natur Ruhe, Erholung und Abwechslung erhoffen. 

Doch gerade im Bereich der Wildtierfotografie ist es mir besonders wichtig. Die digitale Fotografie hat vieles verändert. Und gerade in diesen Zeiten hat sich die Natur- bzw. Wildtierfotografie zu einem beliebten Zeitvertreib entwickelt. Gerade an den Wochenenden zieht es viele Menschen nach draußen. Der Druck auf die Wälder, die Wiesen und leider auch auf die Naturschutzgebiete hat zugenommen. Und leider gibt es viele weniger kenntnisreiche Fotografinnen und Fotografen, die blindlings in blühende Wiesen rennen, durchs Unterholz schleichen oder rücksichtslos die Wege verlassen, nur um Bilder zu schießen, die sie irgendwo in den sozialen Medien gesehen haben.

10 Regeln der Wildtierfotografie

Jede Naturfotografin und jeder Naturfotograf ist höchstpersönlich dafür verantwortlich, dass die wildlebenden Tiere, als auch die Natur, so gut wie nicht gestört wird. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Regeln und Gesetze, mit denen man sich im Vorfeld befassen sollte. 

Auf ein Gesetz möchte ich aber ganz besonders eingehen, da es für die Wildtierfotografie nicht ganz unwichtig ist. Wer gemäß § 292 Abs. 1 Satz 1 StGB dem Wild nachstellt, es fängt, erlegt oder sich oder einem Dritten zueignet, begeht nämlich eine Straftat. Da die wenigsten Fotografinnen oder Fotografen mit dem Gedanken spielen, Wildtiere zu fangen oder gar zu erlegen, erscheint dieses Gesetz vielleicht auf den ersten Blick unwichtig. Auf den zweiten allerdings fällt einem vielleicht das Wort „nachstellen“ auf. Unter diesem Begriff werden alle Handlungen, die auf Fangen, Erlegen oder sich zueignen von Wild gerichtet sind. Hierbei spielt es keine Rolle, ob diese Handlungen von Erfolg gekrönt sind. Bereits das Aufsuchen oder das Vollenden vollendet das Delikt des Nachstellens. 

Im Grunde genommen gibt es darüber hinaus 10 einfache Regeln, an die sich jede Naturfotografin als auch jeder Naturfotograf halten sollte:

  • Betrete keine Gebiete, die aus irgendwelchen Gründen abgesperrt sind.
  • Wenn Du keine ausdrückliche Erlaubnis hast, verlasse nicht die Wege.
  • Füttere oder locke Wildtiere nicht mit Futter an.
  • Halte Abstand zu Nestern, Höhlen oder Bauten. Damit schützt Du vor allem die Jungtiere.
  • Achte darauf, bei der Suche nach dem ultimativen Foto keine anderen Naturelemente zu beeinträchtigen.
  • Verzichte auf das ein Foto, wenn Du dadurch Tiere oder stören musst.
  • Wenn Du eine selten Tierart zu Gesicht bekommst, verrate ihren Standort nicht.
  • Lerne die Tiere kennen, die Du fotografieren möchtest. Je mehr Du weißt, desto weniger störst Du.
  • Hinterlasse keinen Abfall oder andere Spuren Deiner Anwesenheit
  • Denke daran, dass das Tierwohl immer vorgeht. Immer.

Bleibe auf den Wegen.

Wildtierfotografie
Auf dieses Foto bin ich selbst nicht ganz stolz, aber es verdeutlicht ganz gut, dass man auch aus dem Auto heraus fotografieren kann.

Um in der Wildtierfotografie einigermaßen gute Ergebnisse zu erzielen, muss man die Wege nicht wirklich verlassen. Und gerade zur Brut- und Setzzeit rate ich persönlich gänzlich davon ab. Einfach, um die Tiere in dieser Zeit nicht zu stören. Ein gutes Versteck, um Wildtiere zu fotografieren ist übrigens das eigene Auto. Rehe z.B. sind oft an Autos oder Traktoren auf den Wegen gewohnt und lassen sich dadurch manchmal nicht aus der Ruhe bringen.  

Auch die Kraniche, die hier in den Herbst- und Wintermonaten zu Gast sind, fotografiere ich am liebsten aus dem Auto heraus. Ungestört schreiten sie über die Äcker und Wiesen und lassen sich von mir und meinem Auto nur selten beeindrucken. Zu Fuß sieht die ganze Sache da schon anders aus. Und auch das Eichhörnchen auf dem Foto weiter oben habe ich aus dem Auto heraus fotografiert.   

Komm mit Jägerinnen und Jägern ins Gespräch.

Falls Du Dich für die Wildtierfotografie interessierst, selbst aber keine Jägerin oder kein Jäger bist, dann kann ich Dir nur empfehlen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Wenn Du freundlich fragst, sagst, was Du möchtest und vielleicht aden ein oder anderen Abzug am Ende übrig hast, können sich da wunderbare Kooperationen ergeben. 

Durch meinen Kontakt mit verschiedenen Jägerinnen und Jägern kam ich schon an Orte, die ich alleine nicht hätte betreten dürfen. Darüber hinaus habe ich schon viel über die Tiere, ihre Verhaltensweisen und Bedürfnisse erfahren, was mich tatsächlich schon ein ganzes Stück weitergebracht hat. 

Übrigens: Nicht selten interessieren sich auch Jägerinnen und Jäger für die Wildtierfotografie. So schafft man es im Gespräch schnell auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Und gibt es da keine gemeinsamen Punkte, die Wildtiere bilden sicherlich welche.  

 

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